Titel: Leonardo
Autor: nicht bekannt
Anzahl der Spieler: 3 oder 6
Verlag Editrice Giachi/dvGiachi
Spieldauer: wird festgelegt
Art des Spieles: Würfelspiel mit leichten taktischen Möglichkeiten
Noch erhältlich: Nein
Ich bin kein Freund von Monopoly. Dieses Spiel nimmt auf der Liste meiner unbeliebtesten Spiele einen der vorderen Plätze ein, und ich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum das Teil Kult und Klassiker ist und noch immer millionenfach gekauft wird.
Nun begab es sich, dass ich das Glück hatte, dieses Jahre auf der Spiel in Essen gewesen zu sein, und dort habe ich einen Stand mit Restposten besucht, diverse Spiele gekauft (alles unter 10 ist gut, dann ärgere ich mich nicht so sehr, wenn es ein Griff ins Klo ist) und versuche nun, so nach und nach diese zu spielen, um herauszufinden, worum es geht.
Letztens kam von diesen Schnäppchen Leonardo auf den Tisch.
Einer der Mitspieler schnappte sich die Regel und erklärte nach dem ersten Studieren: Das ist wie Monopoly.
Toll, dachte ich und verdrehte innerlich meine Augen. Damit ist der Abend für mich gelaufen.
Aber nun gut: Gute Miene zum bösen Spiel machen, in den sauren Apfel beißen, quäl ich mich halt durch.
Doch dann wurde ich positiv überrascht, weil das Spiel einige Elemente mitbringt, die ihm einen interessanten Reiz geben.
Zugegeben, das Grundprinzip ist dasselbe: Man läuft durch die Gegend, man kauft Plätze (Straßen), schmückt diese mit Gemälden (Häuser/Hotels), man kommt zu Geld, wenn man wieder über das Startfeld kommt (über Los zieht) und kassiert, wenn jemand auf seinem Grund und Boden landet.
Soweit, so gleich.
Nun gibt es jedoch leichte Änderungen, die, wie ich finde, recht spannend sind.
Bevor es überhaupt los geht, müssen sich die 3 oder 6 Spieler entscheiden, ob sie lieber dem Kaiser oder dem Papst die Treue schwören. Das hat zwei Gründe. Zum einem kann man hin und wieder Ereigniskarten ziehen, die entweder neutral sind oder einen Text haben, der sich positiv auf Kaiser oder Papst auswirken. Je nachdem, wer welcher Religion angehört, gibt es entsprechend Geld (immer 100 Florin), und zwar für jeden Mitspieler, der dann der richtigen Seite seine Loyalität geschworen hat. Zudem bietet Treue die Möglichkeit zu Verbänden, doch dazu an anderer Stelle ein paar Worte.
Der Spielstart ist nicht für alle gleich. Jeder zieht eine Startkarte, stellt seinen Pöppel (ja, leider nur einen Plastikpöppel), auf den entsprechenden Platz, bekommt seinen Palast, darf so er denn möchte von seinem Startgeld (250 Florin) schon Gemälde kaufen (unabhängig von dessen eigentlichem Wert kostet jedes Bild 50 Florin) und mit dem 12er Würfel würfeln. Bleibt der Dodekaeder mit einer 1 oder einer 2 liegen, bekommt der jeweilige Spieler eine (von maximal zwei) Soldatenkarten. Diese können in bestimmten Situationen Geld einbringen (siehe dazu Kampf).
Hin und wieder hat ein Spieler das Glück, auf eines der drei Marktfelder zu gelangen und einen Markt zu eröffnen. Macht er dies, müssen (!) die Mitspieler mindestens 5 Florin auf eines der vier Warenfelder investieren.
Jedes dieser Felder ist mit zwei Zahlen versehen (1+2, 3+4, 9+10, 11+12), das 5. (und damit neutrale) Feld hingegen mit den Zahlen 5,6,7,8. Wenn alle anderen Spieler gesetzt haben, wird der Würfel gerollt. Zeigt er eine Zahl an, auf die jemand gesetzt hat, bekommt dieser Spieler die 3fache Summe seines Einsatzes ausbezahlt und zwar von demjenigen, der den Markt eröffnet.
Sollte der Würfel eine 5 8 anzeigen oder eine Zahl für ein Feld, auf das niemand gesetzt hat, braucht der Markteröffner nichts bezahlen. So oder so: er streicht grundsätzlich ein, was gesetzt wurde. Der Markt bietet also eine Möglichkeit, ein Risiko einzugehen und entweder denjenigen Mitspieler ein wenig reicher zu machen oder ihn in den Ruin zu treiben. Gerade letzteres ist ein besonderer Anreiz, bekommt im Gegensatz zum klassischen Monopoly nicht die Bank all das, was der Ausscheidene abgeben muss, sondern derjenige, auf dessen Feld man gelandet ist. Selbst wenn man nur noch 5 Florin bezahlen müsste. In diesem Punkt ist Leonardo schon ein wenig heftiger als Monopoly. Es ist schon ziemlich bitter, wenn man richtig ordentlich angesammelt hat, dann aber alles abgeben muss. Sämtliche Plätze, sämtliche Gemälde. Zumindest hat es den Vorteil, dass man sich nicht durchquälen muss durch den Rest des Spieles und sich mit anderen Tätigkeiten zu wenden kann Allerdings gehören die Märkte zu jenen Plätzen, die man NICHT käuflich erwerben kann.
Auch die Plätze Frieden Gottes sind unverkäuflich, zudem bieten sie einen weiteren Nachteil: Dort ist es verboten zu kämpfen.
A pro pos Kampf: Treffen sich zwei Spieler auf demselben Feld und beide haben Soldaten, kommt es zu einem Kampf.
Unabhängig davon, ob jemand zwei und der andere nur eine Soldatenkarte hat, es wird mit dem Würfel ausgefochten. Wer die höhere Zahl erwürfelt, gewinnt und darf eine Soldatenkarte aus dem Fundus des Gegenspielers nehmen. Wer zum Schluss keinen Soldaten mehr hat, hat den Fight verloren und zahlt 10 Florin an den Sieger. 10 Florin kostet es auch, wenn nur einer der Spieler Soldaten sein Eigen nennen kann. Gänzlich kostenlos jedoch ist es, wenn keiner der Spieler Verstärkung durch das Militär aufweisen kann.
Hin und wieder gelangt man auf Plätze, die zu den so genannten Öffentlichen Ämtern gehören. Wer eines davon besitzt, hat einen kleinen Vorteil: Landet ein Mitspieler auf dieses Feld, kann der Besitzer dessen Pöpel bis zu 5 Felder entweder nach vorn oder nach hinten verrücken. Wohl dem, der dann einen teuren Platz mit 4 Gemälden hat, dann heißt es wieder einmal Zahlemann und Söhne (auch wenn aus der Anleitung leider nicht ersichtlich ist, ob sich derjenige tatsächlich von seinem sauer Erarbeiteten trennen muss. Leider ist das Regelwerk meiner bescheidenen Meinung nach sehr ungenau und unsauber in manchen Punkten :-( ).
Unabhängig davon, ob jemanden eine Botschaft (eines der öffentlichen Ämter) gehört oder nicht, es wird kaum dass einer auf ein solches Feld landet eine Karte mit Internationalen Ereignissen gezogen. Und je nachdem, was auf der Karte für eine Info steht, gibt es entweder für kaisertreue oder für papsttreue Spieler Geld oder für niemanden etwas. Die Florin bekommt übrigens nicht bloß derjenige, der auf dem Feld gelandet ist, sondern jeder, der dem auf der Karte Erwähnten die Treue geschworen hat.
Wie schon erwähnt, kann man Plätze kaufen, wenn man auf ihnen landet, kann jederzeit Gemälde kaufen, wenn man an der Reihe ist (allerdings VOR dem Wurf). Man darf maximal 4 Kunstwerke pro Palast ausstellen. Wenn man jedoch Kunstwerke besitzt, dann erhöht sich der Wert des Grundstücks. Das Problem jedoch ist, dass man nie so viel Geld zur Verfügung hat, wie man gerne hätte. Gerade, wenn schon mehrere Plätze gekauft worden sind, wird es unsicher, sich mal eben mit 4 Gemälden einzudecken, auch wenn die Investition sicherlich lohnt. Da wäre ein vorsichtiges Lavieren und bescheidenes Kaufen manchmal sinnvoller.
Oder eben, sich einem Verband anzuschließen.
Es können sich mindestens zwei Spieler zu einem solchen zusammentun (vorausgesetzt, sie haben die selbe Loyalität). Dann werden die ganzen Plätze und Paläste und Kunstwerke zusammengefasst (jedoch wird nichts weiter umgeschoben), es gibt dann nur noch einen Pöppel UND wenn man am Zuge ist, dürfen sämtliche Spieler des Verbandes würfeln und dann gemeinsam entscheiden, welcher dieser Würfe gültig ist. Den dürfen sie dann auch ziehen.
Ob man einen Verband gründen will oder nicht, ist auch wieder eine taktische Variante. Will man den unbeliebten Gegner rausdrängen und selber das meiste Geld machen? Oder doch lieber zusammen gegen die Mitglieder der falschen Partei vorgehen? Und wenn, wann? Eigener Weg? Gemeinsamer Weg?
Man kann Plätze übrigens auch nicht kaufen, man kann sie auch versteigern (lohnt sich allerdings erst bei 6 Spielern). In diesem Fall beginnt man mit 5 Florin und steigert generell um 5 weitere.
In meinen Augen eine Option, die nicht unbedingt lohnt. Zum einem bekommt das Geld die Bank, zum anderen kann es auch taktischen Gründen manchmal günstiger sein, den Platz selber zu kaufen, schließlich kann man am Ende eines Durchganges mit den Mitspielern verhandeln, und wenn man dann verlockende Angebote in seiner Auslage bieten kann, ist es für die Mitspieler vielleicht reizvoll, vielleicht etwas zu geben, was man eigentlich behalten möchte, der andere Kuchen aber köstlicher duftet.
Das Spiel endet auf zwei Möglichkeiten:
1) Wenn die vorgegebene Zeit erreicht ist
2) Wenn die übrigen Mitspieler/Verbände bankrott sind.
Leonardo ist und bleibt zwar überwiegend ein Glücksspiel, dessen erklärtes Ziel es ist, die Gegner finanziell am Boden liegen zu sehen und alles einzuheimsen, was einzuheimsen geht, dennoch bieten die taktischen Möglichkeiten wie das Verhandeln, die Märkte und das Zusammenschließen zu Verbänden die eine oder andere Komponente, die das Spiel doch etwas vom klassischen Monopoly abhebt.
Minuspunkte bekommt das Teil jedoch für die Ausstattung des Spielmaterials. Die Paläste sind aus Kunststoff, da tröstest es auch nicht unbedingt drüber hinweg, dass sie sich vom Aussehen her unterscheiden. Auch die Spielkarten mit ihrem S/W-Druck sind nicht unbedingt ein Eye-Catcher. Diese Wermutstropfen deswegen, weil die Nachdrucke der Gemälde in Farbe und originalgetreu sind. Wenn man damit kommt, hätte mbMn. Auch der Rest der Materialen eine liebevollere Umsetzung verdient.
Von daher dann nur 4 von 6 Punkten
Empfehlung: Für Monopolyliebhaber, die ihr Lieblingsspiel mit leicht veränderten Regeln spielen wollen.
(und jetzt bin ich mal gespannt, wie viele Hardcoremonopolyspieler sich bei den Moderatoren beschweren, dass der böse Rezensionist IHR Lieblingsspiel so schlecht gemacht hat, die sofortige Löschung der Rezi verlangen und wollen, dass der Verfasser als gesperrter User auftaucht ...:D ;))
Autor: nicht bekannt
Anzahl der Spieler: 3 oder 6
Verlag Editrice Giachi/dvGiachi
Spieldauer: wird festgelegt
Art des Spieles: Würfelspiel mit leichten taktischen Möglichkeiten
Noch erhältlich: Nein
Ich bin kein Freund von Monopoly. Dieses Spiel nimmt auf der Liste meiner unbeliebtesten Spiele einen der vorderen Plätze ein, und ich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum das Teil Kult und Klassiker ist und noch immer millionenfach gekauft wird.
Nun begab es sich, dass ich das Glück hatte, dieses Jahre auf der Spiel in Essen gewesen zu sein, und dort habe ich einen Stand mit Restposten besucht, diverse Spiele gekauft (alles unter 10 ist gut, dann ärgere ich mich nicht so sehr, wenn es ein Griff ins Klo ist) und versuche nun, so nach und nach diese zu spielen, um herauszufinden, worum es geht.
Letztens kam von diesen Schnäppchen Leonardo auf den Tisch.
Einer der Mitspieler schnappte sich die Regel und erklärte nach dem ersten Studieren: Das ist wie Monopoly.
Toll, dachte ich und verdrehte innerlich meine Augen. Damit ist der Abend für mich gelaufen.
Aber nun gut: Gute Miene zum bösen Spiel machen, in den sauren Apfel beißen, quäl ich mich halt durch.
Doch dann wurde ich positiv überrascht, weil das Spiel einige Elemente mitbringt, die ihm einen interessanten Reiz geben.
Zugegeben, das Grundprinzip ist dasselbe: Man läuft durch die Gegend, man kauft Plätze (Straßen), schmückt diese mit Gemälden (Häuser/Hotels), man kommt zu Geld, wenn man wieder über das Startfeld kommt (über Los zieht) und kassiert, wenn jemand auf seinem Grund und Boden landet.
Soweit, so gleich.
Nun gibt es jedoch leichte Änderungen, die, wie ich finde, recht spannend sind.
Bevor es überhaupt los geht, müssen sich die 3 oder 6 Spieler entscheiden, ob sie lieber dem Kaiser oder dem Papst die Treue schwören. Das hat zwei Gründe. Zum einem kann man hin und wieder Ereigniskarten ziehen, die entweder neutral sind oder einen Text haben, der sich positiv auf Kaiser oder Papst auswirken. Je nachdem, wer welcher Religion angehört, gibt es entsprechend Geld (immer 100 Florin), und zwar für jeden Mitspieler, der dann der richtigen Seite seine Loyalität geschworen hat. Zudem bietet Treue die Möglichkeit zu Verbänden, doch dazu an anderer Stelle ein paar Worte.
Der Spielstart ist nicht für alle gleich. Jeder zieht eine Startkarte, stellt seinen Pöppel (ja, leider nur einen Plastikpöppel), auf den entsprechenden Platz, bekommt seinen Palast, darf so er denn möchte von seinem Startgeld (250 Florin) schon Gemälde kaufen (unabhängig von dessen eigentlichem Wert kostet jedes Bild 50 Florin) und mit dem 12er Würfel würfeln. Bleibt der Dodekaeder mit einer 1 oder einer 2 liegen, bekommt der jeweilige Spieler eine (von maximal zwei) Soldatenkarten. Diese können in bestimmten Situationen Geld einbringen (siehe dazu Kampf).
Hin und wieder hat ein Spieler das Glück, auf eines der drei Marktfelder zu gelangen und einen Markt zu eröffnen. Macht er dies, müssen (!) die Mitspieler mindestens 5 Florin auf eines der vier Warenfelder investieren.
Jedes dieser Felder ist mit zwei Zahlen versehen (1+2, 3+4, 9+10, 11+12), das 5. (und damit neutrale) Feld hingegen mit den Zahlen 5,6,7,8. Wenn alle anderen Spieler gesetzt haben, wird der Würfel gerollt. Zeigt er eine Zahl an, auf die jemand gesetzt hat, bekommt dieser Spieler die 3fache Summe seines Einsatzes ausbezahlt und zwar von demjenigen, der den Markt eröffnet.
Sollte der Würfel eine 5 8 anzeigen oder eine Zahl für ein Feld, auf das niemand gesetzt hat, braucht der Markteröffner nichts bezahlen. So oder so: er streicht grundsätzlich ein, was gesetzt wurde. Der Markt bietet also eine Möglichkeit, ein Risiko einzugehen und entweder denjenigen Mitspieler ein wenig reicher zu machen oder ihn in den Ruin zu treiben. Gerade letzteres ist ein besonderer Anreiz, bekommt im Gegensatz zum klassischen Monopoly nicht die Bank all das, was der Ausscheidene abgeben muss, sondern derjenige, auf dessen Feld man gelandet ist. Selbst wenn man nur noch 5 Florin bezahlen müsste. In diesem Punkt ist Leonardo schon ein wenig heftiger als Monopoly. Es ist schon ziemlich bitter, wenn man richtig ordentlich angesammelt hat, dann aber alles abgeben muss. Sämtliche Plätze, sämtliche Gemälde. Zumindest hat es den Vorteil, dass man sich nicht durchquälen muss durch den Rest des Spieles und sich mit anderen Tätigkeiten zu wenden kann Allerdings gehören die Märkte zu jenen Plätzen, die man NICHT käuflich erwerben kann.
Auch die Plätze Frieden Gottes sind unverkäuflich, zudem bieten sie einen weiteren Nachteil: Dort ist es verboten zu kämpfen.
A pro pos Kampf: Treffen sich zwei Spieler auf demselben Feld und beide haben Soldaten, kommt es zu einem Kampf.
Unabhängig davon, ob jemand zwei und der andere nur eine Soldatenkarte hat, es wird mit dem Würfel ausgefochten. Wer die höhere Zahl erwürfelt, gewinnt und darf eine Soldatenkarte aus dem Fundus des Gegenspielers nehmen. Wer zum Schluss keinen Soldaten mehr hat, hat den Fight verloren und zahlt 10 Florin an den Sieger. 10 Florin kostet es auch, wenn nur einer der Spieler Soldaten sein Eigen nennen kann. Gänzlich kostenlos jedoch ist es, wenn keiner der Spieler Verstärkung durch das Militär aufweisen kann.
Hin und wieder gelangt man auf Plätze, die zu den so genannten Öffentlichen Ämtern gehören. Wer eines davon besitzt, hat einen kleinen Vorteil: Landet ein Mitspieler auf dieses Feld, kann der Besitzer dessen Pöpel bis zu 5 Felder entweder nach vorn oder nach hinten verrücken. Wohl dem, der dann einen teuren Platz mit 4 Gemälden hat, dann heißt es wieder einmal Zahlemann und Söhne (auch wenn aus der Anleitung leider nicht ersichtlich ist, ob sich derjenige tatsächlich von seinem sauer Erarbeiteten trennen muss. Leider ist das Regelwerk meiner bescheidenen Meinung nach sehr ungenau und unsauber in manchen Punkten :-( ).
Unabhängig davon, ob jemanden eine Botschaft (eines der öffentlichen Ämter) gehört oder nicht, es wird kaum dass einer auf ein solches Feld landet eine Karte mit Internationalen Ereignissen gezogen. Und je nachdem, was auf der Karte für eine Info steht, gibt es entweder für kaisertreue oder für papsttreue Spieler Geld oder für niemanden etwas. Die Florin bekommt übrigens nicht bloß derjenige, der auf dem Feld gelandet ist, sondern jeder, der dem auf der Karte Erwähnten die Treue geschworen hat.
Wie schon erwähnt, kann man Plätze kaufen, wenn man auf ihnen landet, kann jederzeit Gemälde kaufen, wenn man an der Reihe ist (allerdings VOR dem Wurf). Man darf maximal 4 Kunstwerke pro Palast ausstellen. Wenn man jedoch Kunstwerke besitzt, dann erhöht sich der Wert des Grundstücks. Das Problem jedoch ist, dass man nie so viel Geld zur Verfügung hat, wie man gerne hätte. Gerade, wenn schon mehrere Plätze gekauft worden sind, wird es unsicher, sich mal eben mit 4 Gemälden einzudecken, auch wenn die Investition sicherlich lohnt. Da wäre ein vorsichtiges Lavieren und bescheidenes Kaufen manchmal sinnvoller.
Oder eben, sich einem Verband anzuschließen.
Es können sich mindestens zwei Spieler zu einem solchen zusammentun (vorausgesetzt, sie haben die selbe Loyalität). Dann werden die ganzen Plätze und Paläste und Kunstwerke zusammengefasst (jedoch wird nichts weiter umgeschoben), es gibt dann nur noch einen Pöppel UND wenn man am Zuge ist, dürfen sämtliche Spieler des Verbandes würfeln und dann gemeinsam entscheiden, welcher dieser Würfe gültig ist. Den dürfen sie dann auch ziehen.
Ob man einen Verband gründen will oder nicht, ist auch wieder eine taktische Variante. Will man den unbeliebten Gegner rausdrängen und selber das meiste Geld machen? Oder doch lieber zusammen gegen die Mitglieder der falschen Partei vorgehen? Und wenn, wann? Eigener Weg? Gemeinsamer Weg?
Man kann Plätze übrigens auch nicht kaufen, man kann sie auch versteigern (lohnt sich allerdings erst bei 6 Spielern). In diesem Fall beginnt man mit 5 Florin und steigert generell um 5 weitere.
In meinen Augen eine Option, die nicht unbedingt lohnt. Zum einem bekommt das Geld die Bank, zum anderen kann es auch taktischen Gründen manchmal günstiger sein, den Platz selber zu kaufen, schließlich kann man am Ende eines Durchganges mit den Mitspielern verhandeln, und wenn man dann verlockende Angebote in seiner Auslage bieten kann, ist es für die Mitspieler vielleicht reizvoll, vielleicht etwas zu geben, was man eigentlich behalten möchte, der andere Kuchen aber köstlicher duftet.
Das Spiel endet auf zwei Möglichkeiten:
1) Wenn die vorgegebene Zeit erreicht ist
2) Wenn die übrigen Mitspieler/Verbände bankrott sind.
Leonardo ist und bleibt zwar überwiegend ein Glücksspiel, dessen erklärtes Ziel es ist, die Gegner finanziell am Boden liegen zu sehen und alles einzuheimsen, was einzuheimsen geht, dennoch bieten die taktischen Möglichkeiten wie das Verhandeln, die Märkte und das Zusammenschließen zu Verbänden die eine oder andere Komponente, die das Spiel doch etwas vom klassischen Monopoly abhebt.
Minuspunkte bekommt das Teil jedoch für die Ausstattung des Spielmaterials. Die Paläste sind aus Kunststoff, da tröstest es auch nicht unbedingt drüber hinweg, dass sie sich vom Aussehen her unterscheiden. Auch die Spielkarten mit ihrem S/W-Druck sind nicht unbedingt ein Eye-Catcher. Diese Wermutstropfen deswegen, weil die Nachdrucke der Gemälde in Farbe und originalgetreu sind. Wenn man damit kommt, hätte mbMn. Auch der Rest der Materialen eine liebevollere Umsetzung verdient.
Von daher dann nur 4 von 6 Punkten
Empfehlung: Für Monopolyliebhaber, die ihr Lieblingsspiel mit leicht veränderten Regeln spielen wollen.
(und jetzt bin ich mal gespannt, wie viele Hardcoremonopolyspieler sich bei den Moderatoren beschweren, dass der böse Rezensionist IHR Lieblingsspiel so schlecht gemacht hat, die sofortige Löschung der Rezi verlangen und wollen, dass der Verfasser als gesperrter User auftaucht ...:D ;))
[Rezension] Leonardo - Das etwas bessere Monopoly?
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